Labor- & Beratungsleistungen

Fertiplus

FertiPlus

Reduzierung des Einsatzes von Mineraldüngern und Agrochemikalien durch die Wiederverwertung aufbereiteter organischer Abfälle als Kompost und Biokohle

Dauer

1. Dezember 2011 – 30. November 2015

Projekt

In der EU werden jedes Jahr große Mengen an organischen Abfällen produziert. Die Landwirtschaft ist der größte Erzeuger organischer Reststoffe, gefolgt von Garten- und Waldabfällen, Klärschlämmen aus Abwasserbehandlungsanlagen, Abfällen aus der Lebensmittelverarbeitung und organischer Fraktion aus Siedlungsabfällen. Der Großteil dieses Abfallstroms kann so aufbereitet werden, dass die „Abfälle“ in nützliche Produkte umgewandelt werden. Die Aufbereitung kann bei Raumtemperatur (biologische Aufbereitung) und Vorhandensein (Kompostierung) oder Nichtvorhandensein (anaerobe Vergärung) von Sauerstoff erfolgen oder bei wesentlich höheren Temperaturen und auch hier wieder bei Vorhandensein (Verbrennung mit Asche als Endprodukt) oder Nichtvorhandensein (Pyrolyse mit Biokohle als Endprodukt) von Sauerstoff.

Der Fokus bei FERTIPLUS liegt darauf zu verstehen, warum durch eine bestimmte Art der Aufbereitung einer ausgewählten Kombination von Einsatzstoffen ein gutes Produkt entsteht, und KMUs ein Werkzeug zur Bestimmung der besten Strategie an die Hand zu geben (Mit welchen Einsatzstoffen und unter welchen Bedingungen entstehen Produkte mit Düngewert? – Was soll auf der Verpackung des Produkts stehen?). Im Hinblick auf die Einsatzstoffe bei FERTIPLUS liegt der Fokus auf städtischen und landwirtschaftlichen Abfällen, einschließlich Garten- und Parkabfällen sowie Hausmüll, und Reststoffen aus anaeroben Fermentern für die Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphor. Die verfügbaren organischen Abfälle werden analysiert, um einschätzen zu können, wie viel Stickstoff und Phosphor daraus bei Rückführung in die Landwirtschaft gewonnen werden könnten und ob dies unter Einhaltung der derzeit entwickelten behördlichen Sicherheitsstandards möglich wäre.

Das grundlegende Ziel von FERTIPLUS ist demnach die Ermittlung und Entwicklung innovativer Strategien und Technologien, um:

  • den Einsatz von Mineraldüngern und Agrochemikalien zu reduzieren und zu ersetzen;
  • der Industrie Anreize zu bieten, nötige und rentable Verfahren für die Aufbereitung und Wiederverwertung organischer Abfälle einzuführen, um sicheren Kompost und Biokohle zu produzieren, die der Landwirtschaft eine effizientere Nutzung von Nährstoffen ermöglichen.

Das strategische Ziel dieses Projekts ist die Unterstützung der Europäischen Union durch die Bereitstellung der erforderlichen Werkzeuge und Qualitätsstandards für die Entwicklung und Umsetzung künftiger Strategien für die Umstellung auf eine sichere und nachhaltige Wiederverwertung städtischer und landwirtschaftlicher Bioabfälle als Dünger und Bodenverbesserungsmittel.

Wir stellen es uns so vor, dass eine Umstellung vom bisher üblichen Szenario (fossile Energie wird zur Erzeugung von Dünger eingesetzt und Abfälle werden verbrannt) auf ein künftiges Szenario erfolgt, in dem Abfälle in nützliche Produkte umgewandelt werden (die das Potenzial haben, Mineraldünger und Agrochemikalien unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsstandards zu ersetzen sowie durch die Einsparung von Energie und die Erzeugung von Energie durch die Produktion von Biokohle).
Organische Siedlungsabfälle und organische Reststoffe aus anderen Quellen wie der Landwirtschaft sind potenziell eine große und reichhaltige Nährstoffquelle. Derzeit wird nur ein Teil dieser Stoffe in der Landwirtschaft wiederverwertet, hauptsächlich in Form von Kompost. Die Kompostierung ist eine bewährte Technologie zur Umwandlung organischer Abfälle in nährstoffreiche Bodenverbesserungsmittel. Der Rest wird deponiert oder verbrannt.

Koordinator

Alterra Wageningen UR (Niederlande)

Partner

Universität Weimar (Deutschland), Institut für Agrar- und Fischereiforschung (Belgien), Universität Leeds (Großbritannien), CSIC (Spanien), CRA (Italien), IDConsortium (Spanien), ECN (Niederlande), Graphite Resources (Großbritannien), Tecnova (Spanien), Proininso (Spanien), IRIS (Italien), GERESUR (Spanien) und OWS (Belgien)

Aufgaben von OWS

Tests in den Bereichen anaerobe Vergärung und Pyrolyse + Analyse der Biokohleproduktion aus Reststoffen

Links

Kontakt

Herr Filip Velghe
E-mail: filip.velghe@ows.be